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Nachfolge: Warum mehrere Jahre Vorlauf realistisch sind
Eine Übergabe scheitert selten am Preis. Sie scheitert daran, dass zu spät begonnen wurde.
Georg Rumpold, BSc, MBA · 20. Mai 2026 · 4 Minuten Lesezeit
In den kommenden Jahren steht in Österreich eine große Zahl von Betrieben vor der Übergabe. Die meisten Eigentümer beginnen zu spät, und zwar nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der Zeitbedarf regelmäßig unterschätzt wird.
Wo die Zeit hingeht
- Bewertung und Aufbereitung der Unterlagen: sechs bis zehn Wochen
- Ansprache geeigneter Interessenten und erste Gespräche: drei bis sechs Monate
- Due Diligence und Vertragsverhandlung: drei bis sechs Monate
- Übergangsphase mit Einarbeitung des Nachfolgers: sechs bis achtzehn Monate
Das sind zusammen zwei bis drei Jahre, und diese Rechnung setzt voraus, dass die Zahlen sauber vorliegen und keine Strukturthemen offen sind.
Was den Preis wirklich beeinflusst
Käufer zahlen für Planbarkeit. Ein Betrieb, dessen Ergebnis an einer Person hängt, ist schwerer zu verkaufen als einer mit zweiter Führungsebene. Ein Kundenstamm mit einem dominierenden Abnehmer ist riskanter als ein breit verteilter.
Beides lässt sich verändern, aber nicht in sechs Monaten. Genau darin liegt der Wert eines frühen Beginns: Er schafft Zeit, um die Ausgangslage zu verbessern, statt sie nur zu dokumentieren.
Der erste Schritt
Eine Bewertung, auch wenn kein Verkauf ansteht. Sie zeigt, wo das Unternehmen heute steht und welche Hebel den Wert beeinflussen. Alles Weitere ergibt sich daraus.
